Ausgründung im Betrieb:Neuen Geschäftsbereich als eigene GmbH aufbauen

Wartung, Service oder Vermietung läuft nebenher und wächst? Als eigene GmbH bekommt der Bereich klare Zahlen, getrennte Haftung und Platz für einen Partner.

  • Klingt nach viel Papierkram? Notar, Handelsregister, eigene Buchhaltung: ja. Deshalb prüfst du vorher, ob der Bereich den Aufwand trägt.
  • Keine 25.000 € übrig? Bei der GmbH-Bargründung müssen vor der Anmeldung mindestens 12.500 € eingezahlt sein, eine UG geht ab 1 €. Beides hat Haken.
  • Angst, die Kontrolle abzugeben? Dein Hauptbetrieb bleibt, wie er ist. Wer an der neuen GmbH wie viel hält, legt ihr vorher fest.
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Maximilian Rothenberger, Company Consulting KMU

Kurz gesagt

Bei einer Ausgründung machst du aus einem Bereich deines Betriebs eine eigene Gesellschaft, meist eine GmbH, an der du oder dein Betrieb beteiligt seid. Beispiele sind Wartung, Service, Reinigung oder Vermietung. Das trennt die Haftung, gibt dem Bereich eine eigene Marke und eigene Zahlen, und ein Partner kann sich nur dort beteiligen. Dafür brauchst du Stammkapital, Notar, Handelsregister und saubere Verträge zwischen beiden Firmen.

Haftung trennen

Geht im neuen Bereich etwas schief, haftet grundsätzlich die neue GmbH, nicht dein ganzer Betrieb.

Eigene Marke, eigene Zahlen

Der Bereich bekommt einen eigenen Auftritt und eine eigene Rechnung. Du siehst sofort, ob er trägt.

Partner nur für diesen Bereich

Ein Partner kann sich an der neuen GmbH beteiligen, ohne Anteile an deinem Hauptbetrieb zu bekommen.

Später verkaufbar

Eine eigene Gesellschaft lässt sich leichter verkaufen oder übergeben als ein Bereich mitten im Betrieb.

Begriff

Was bedeutet Ausgründung für einen laufenden Betrieb?

Ausgründung heißt hier: Ein Betrieb macht aus einem eigenen Geschäftsbereich eine eigene Gesellschaft, meist eine GmbH. Sie gehört ganz oder teilweise dir oder deinem Betrieb. Hält dein Betrieb die Mehrheit, spricht man von einer Tochtergesellschaft. Die neue Firma hat eigene Kunden, eigene Rechnungen und eine eigene Haftung, arbeitet aber oft eng mit dem Hauptbetrieb zusammen.

Wer im Netz nach „Ausgründung“ sucht, landet oft bei Spin-offs aus Hochschulen. Das ist etwas anderes: Dort gründen Studierende oder Forschende eine Firma, deren Idee direkt aus ihrer Forschung kommt. Auf dieser Seite geht es um Betriebe, die einen neuen Geschäftsbereich aufbauen und ihm eine eigene Gesellschaft geben wollen.

BegriffWas gemeint istWer gründet
Ausgründung (diese Seite)ein Bereich eines laufenden Betriebs wird zur eigenen Gesellschaftder Inhaber oder sein Betrieb, auf Wunsch mit Partner
Tochtergesellschaft gründeneine neue Gesellschaft, die ganz oder mehrheitlich einem anderen Unternehmen gehört, etwa deinem Betriebder Betrieb
Joint Venture gründenzwei oder mehr Unternehmen gründen gemeinsam eine eigene Gesellschaft und teilen Kapital, Arbeit und Risikomehrere Partner gemeinsam
Spin-off aus der HochschuleFirma, deren Geschäftsidee direkt aus Studium oder Forschung stammtStudierende, Forschende

Abgrenzung nach Gründerplattform von KfW (gruenderplattform.de, „Ausgründung aus der Hochschule“) und Sparkasse (sparkasse.de, Ratgeber Joint Venture), Stand Oktober 2026.

Typische Bereiche, die ausgegründet werden (Beispiele)

Wartung und Kundendienst

Beispiel: Ein Heizungsbauer hat neben dem Neubau einen wachsenden Stamm an Wartungsverträgen.

Service und Montage

Beispiel: Ein Metallbauer montiert und repariert für andere Betriebe und will das als eigenes Angebot führen.

Reinigung

Beispiel: Ein Malerbetrieb bietet nach Renovierungen auch Bau- und Unterhaltsreinigung an, und die Nachfrage wächst.

Vermietung

Beispiel: Gerüste, Maschinen oder Fahrzeuge stehen oft still und sollen auch an andere vermietet werden.

Die Beispiele zeigen typische Konstellationen, es sind keine echten Fälle.

Entscheidung

Wann lohnt es sich, einen neuen Geschäftsbereich auszugründen?

Wenn der Bereich anders tickt als dein Kerngeschäft: andere Kunden, andere Risiken, andere Leute oder ein eigener Name. Und wenn er genug Umsatz verspricht, dass sich eine eigene Buchhaltung und ein Notartermin lohnen. Solange der Bereich klein ist und nur nebenher läuft, ist er im Betrieb oft besser aufgehoben.

FrageBereich im Betrieb lassenBereich ausgründen
HaftungRisiken des Bereichs treffen den ganzen BetriebRisiken bleiben grundsätzlich in der neuen GmbH
ZahlenUmsatz und Kosten gehen im Betrieb unter, wenn du sie nicht getrennt erfassteigene Buchhaltung, eigener Abschluss: du siehst, ob der Bereich trägt
Auftrittläuft unter dem Namen des Betriebseigener Name und eigene Marke möglich
Partnerein Partner müsste sich am ganzen Betrieb beteiligenein Partner kann sich nur am neuen Bereich beteiligen
Verkauf oder ÜbergabeBereich lässt sich nur schwer herauslösenAnteile an der GmbH lassen sich übertragen
Aufwandgering: alles bleibt, wie es istNotar, Handelsregister, Stammkapital, eigene Buchhaltung und Jahresabschluss
Passt eher, wenn …der Bereich klein ist, nebenher läuft und dieselben Kunden bedientder Bereich wächst, eigene Kunden oder Risiken hat oder ein Partner einsteigen soll

Allgemeiner Vergleich, ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.

Anzeichen, dass sich ein Blick lohnt

  • Ein Bereich wächst schneller als dein Kerngeschäft, und du verlierst den Überblick, was er wirklich bringt.
  • Der Bereich hat ein anderes Risiko als der Rest, etwa Mietgeräte in fremden Händen oder Arbeiten in fremden Gebäuden.
  • Du willst den Bereich unter eigenem Namen anbieten, damit er auch Kunden anspricht, die dein Kerngeschäft nicht brauchen.
  • Jemand will mit anpacken und sich beteiligen, aber nicht an deinem ganzen Betrieb.
Vorteile

Welche Vorteile hat eine eigene GmbH für den neuen Bereich?

Vier Vorteile stehen meist im Vordergrund: Die Haftung ist getrennt, der Bereich kann eine eigene Marke bekommen, ein Partner kann sich nur an ihm beteiligen, und du kannst ihn später leichter verkaufen oder übergeben. Dazu kommt Klarheit: Mit eigener Buchhaltung siehst du schwarz auf weiß, ob der Bereich Geld verdient.

Haftung trennen

Für Verbindlichkeiten der GmbH haftet grundsätzlich nur die GmbH mit ihrem Vermögen. Ein Ausfall im neuen Bereich reißt den Hauptbetrieb nicht automatisch mit.

Eigene Marke

Ein eigener Name macht den Bereich für Kunden sichtbar, die dein Kerngeschäft nicht kennen oder nicht brauchen.

Partner nur im neuen Bereich

Wer mit aufbaut, kann Anteile an der neuen GmbH bekommen. An deinem Hauptbetrieb ändert sich nichts.

Später verkaufbar

Anteile an einer GmbH lassen sich verkaufen oder übertragen, auch in Teilen. Was dabei zu beachten ist, steht unter Anteile verkaufen (GmbH).

Wo die getrennte Haftung endet

Die Haftungsbeschränkung greift erst, wenn die GmbH im Handelsregister eingetragen ist. Für Verpflichtungen davor kann es sein, dass Gläubiger auf die Gründer zugreifen. Und wenn du oder dein Betrieb für die neue GmbH bürgt, etwa für einen Kredit oder einen Mietvertrag, haftest du in dieser Höhe trotzdem. Das ist keine Rechtsberatung: Lass dir die Haftung im Einzelfall von einem Anwalt oder Notar erklären.
Gesellschaftsform

GmbH oder UG: Welche Gesellschaftsform passt für die Ausgründung?

Meist eine GmbH oder eine UG (haftungsbeschränkt), die eine Sonderform der GmbH ist. Die GmbH braucht mindestens 25.000 € Stammkapital, die UG kommt mit weniger aus, bis hinunter zu 1 €. Dafür muss die UG ihr Kapital voll einzahlen, darf bei der Gründung keine Maschinen einbringen und muss jedes Jahr einen Teil des Gewinns zurücklegen.

PunktGmbHUG (haftungsbeschränkt)
Mindeststammkapital25.000 €ab 1 €
Einzahlung vor der Anmeldung (Bargründung)je Geschäftsanteil mindestens ein Viertel, insgesamt mindestens die Hälfte des Mindeststammkapitals (12.500 €)das vereinbarte Stammkapital vollständig
Sachen einbringen (Sachgründung)möglich, mit Sachgründungsberichtbei der Gründung ausgeschlossen
Gewinnfrei verwendbar nach Gesellschaftsvertragmindestens 25 % des Jahresgewinns müssen in eine Rücklage, bis das Kapital auf 25.000 € erhöht ist
GründungGesellschaftsvertrag beim NotarGesellschaftsvertrag beim Notar
Haftungbeschränkt auf das Gesellschaftsvermögen, ab Eintragungbeschränkt auf das Gesellschaftsvermögen, ab Eintragung

Quellen: IHK-Merkblatt „GmbH – Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (ihk.de, Stand Januar 2026) und IHK Nürnberg, Merkblatt „Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ (ihk-nuernberg.de). Allgemeine Übersicht, keine Rechtsberatung.

Für einfache Fälle mit wenigen Gesellschaftern gibt es ein Musterprotokoll, das die Gründung vereinfacht. Sobald ein Partner dabei ist und ihr Stimmrechte, Gewinnverteilung oder Ausstieg eigens regeln wollt, reicht es meist nicht mehr. Frag deinen Notar, was für euch passt.

Mindestkapital ist nicht gleich genug Kapital

Das gesetzliche Minimum sagt nichts darüber, wie viel Geld der neue Bereich zum Start braucht: für Material, Fahrzeuge, Löhne und die Zeit, bis die ersten Rechnungen bezahlt sind. Rechne das getrennt durch, am besten mit deinem Steuerberater.
Kapital

Bargründung oder Sachgründung: Wie kommt das Kapital in die neue GmbH?

Bei der Bargründung zahlst du Geld auf das Konto der neuen GmbH ein. Bei der Sachgründung bringst du statt Geld Dinge ein, etwa Werkzeug, Maschinen, Fahrzeuge oder einen ganzen Betriebsteil. Das spart Bargeld, ist aber aufwendiger: Der Wert muss in einem Sachgründungsbericht dargelegt werden, und das Registergericht kann ihn prüfen.

Bargründung

  • Geld wird auf das Konto der neuen GmbH eingezahlt
  • vor der Anmeldung mindestens die Hälfte des Mindeststammkapitals
  • einfacher und meist schneller
  • bei einer UG der einzige Weg

Sachgründung

  • Werkzeug, Maschinen, Fahrzeuge oder ein Betriebsteil werden eingebracht
  • Sachgründungsbericht aller Gründer, der den Wert begründet
  • beim Übergang eines Unternehmens auch die Jahresergebnisse der letzten beiden Geschäftsjahre
  • Sacheinlagen müssen voll erbracht werden; sind sie nicht unwesentlich überbewertet, lehnt das Gericht die Eintragung ab

Falle: Geld einzahlen und gleich Maschinen kaufen

Wird eine Bargründung vereinbart, die neue GmbH kauft mit dem Geld aber kurz darauf Maschinen oder Fahrzeuge von dir oder deinem Betrieb, kann das als verdeckte Sacheinlage gelten. Dann befreit die Einzahlung nicht von der Einlagepflicht, der Wert der Sache wird nur angerechnet, und es kann zu Nachzahlungen kommen. Wenn Dinge aus dem Hauptbetrieb in die neue GmbH wandern sollen, sprich das vor dem Notartermin offen mit Notar und Steuerberater an.

Statt Dinge einzubringen, kann der Hauptbetrieb sie der neuen GmbH auch vermieten oder verkaufen, nach der Gründung und zu Preisen wie unter Fremden. Welcher Weg bei dir der richtige ist, hängt von Werten, Steuern und Finanzierung ab und gehört auf den Tisch deines Steuerberaters.

Ablauf

Wie läuft eine Ausgründung Schritt für Schritt ab?

Erst prüfst du, ob der Bereich trägt und wo es dort hängt. Dann klärst du mit deinem Steuerberater Form, Kapital und Steuern, lässt den Gesellschaftsvertrag beim Notar beurkunden, zahlst das Kapital ein und lässt die GmbH ins Handelsregister eintragen. Danach folgen Konto, Gewerbeanmeldung und die Verträge zwischen Mutter und Tochter.

  1. 1

    Idee und Engpass prüfen

    Trägt der Bereich allein? Wer macht die Arbeit, wer verkauft, wer schaut auf die Zahlen? Oft zeigt sich hier, dass nicht die Rechtsform das Problem ist, sondern fehlende Leute oder fehlende Anfragen. Das klären wir in einem unverbindlichen Gespräch.
  2. 2

    Zahlen für den Bereich

    Umsatz, Kosten, Startkapital, Fahrzeuge, Leute: Was braucht die neue GmbH im ersten Jahr? Schätzungen reichen, aber getrennt vom Hauptbetrieb.
  3. 3

    Steuerberater einbinden

    GmbH oder UG, Bar- oder Sachgründung, Anteile bei dir persönlich oder bei deinem Betrieb, Verträge zwischen den Firmen. Hier fällt auch das Stichwort Organschaft, das nur dein Steuerberater für dich bewerten kann.
  4. 4

    Gesellschaftsvertrag und Notar

    Gesellschafter, Anteile, Geschäftsführung, Gewinnverteilung, Ausstieg. Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden.
  5. 5

    Kapital einzahlen bzw. Sachen einbringen

    Bei der Bargründung auf das Konto der GmbH in Gründung; bei der Sachgründung mit Sachgründungsbericht und Wertnachweisen.
  6. 6

    Eintragung im Handelsregister

    Die Anmeldung zum Handelsregister läuft über den Notar. Erst mit der Eintragung gilt die Haftungsbeschränkung.
  7. 7

    Anmelden und loslegen

    Gewerbeanmeldung, Finanzamt, Versicherungen, Konto. Ist der Bereich ein zulassungspflichtiges Handwerk, muss auch die neue GmbH in die Handwerksrolle, mit einem Betriebsleiter, der die Voraussetzungen erfüllt. Frag dazu bei deiner Handwerkskammer.

Verträge zwischen Mutter und Tochter

Fast immer arbeiten Hauptbetrieb und neue GmbH eng zusammen und teilen Räume, Fahrzeuge, Büro oder Leute. Das ist erlaubt, braucht aber schriftliche Verträge zu Bedingungen, wie sie auch fremde Firmen untereinander vereinbaren würden. Fachleute sprechen von fremdüblichen Bedingungen.

  • Miete für Halle, Lager, Büro oder Fahrzeuge, die die neue GmbH mitnutzt
  • Leistungen des Hauptbetriebs für die Tochter, etwa Buchhaltung, Telefon, Disposition
  • Aufträge, die sich beide Firmen gegenseitig geben, mit nachvollziehbaren Preisen
  • Darlehen zwischen den Firmen oder von dir an die neue GmbH, mit Zinsen und Rückzahlung
  • Leute, die ganz oder teilweise in die neue GmbH wechseln: Hier gelten arbeitsrechtliche Regeln, frag einen Anwalt für Arbeitsrecht

Warum fremdüblich so wichtig ist

Zu günstige Miete, zinslose Darlehen oder überhöhte Preise zwischen verbundenen Firmen schaut sich das Finanzamt genau an. Stimmen die Bedingungen nicht mit dem überein, was Fremde vereinbaren würden, kann das steuerliche Folgen haben, Stichwort verdeckte Gewinnausschüttung. Das ist keine Steuerberatung: Lass die Verträge von deinem Steuerberater prüfen, bevor sie gelten.
Partner

Wie holst du einen Partner mit an Bord der neuen GmbH?

Der Partner wird Gesellschafter der neuen GmbH, nicht deines Hauptbetriebs. Ihr legt vorher fest, wie viele Anteile er bekommt, was er einbringt, wer Geschäftsführer ist, wie der Gewinn verteilt wird und was bei einem Ausstieg passiert. Ein Partner, der mit anpackt, bringt oft mehr als einer, der nur Geld gibt.

Bei einer Ausgründung ist ein Partner oft leichter zu finden als für den ganzen Betrieb. Er muss nicht deine Geschichte, deine Schulden und deine Stammkunden mittragen, sondern steigt in einen klar umrissenen Bereich ein. Und du musst keine Anteile an dem abgeben, was du jahrelang aufgebaut hast.

Das solltet ihr vorher klären

  • Wer hält wie viele Anteile, und wer hat bei welchen Entscheidungen das letzte Wort?
  • Was bringt jeder ein: Geld, Arbeit, Kunden, Know-how, Geräte?
  • Wer ist Geschäftsführer, und wer macht was im Alltag?
  • Wie wird der Gewinn verteilt, und was bleibt in der Firma?
  • Was passiert, wenn einer aussteigen will oder ihr euch streitet?

Typische Fehler

  • 50 zu 50 ohne Regel, wer bei Gleichstand entscheidet
  • Anteile vergeben, bevor klar ist, was der Partner tatsächlich beiträgt
  • nur mündlich absprechen, was im Gesellschaftsvertrag stehen sollte
  • keine Regel für den Ausstieg

Wie ich als Partner einsteige

Ich steige bei ausgewählten Betrieben als tätiger Partner ein. Ich bringe vor allem Know-how und Mitarbeit mit, nicht in erster Linie Geld: Kunden gewinnen, Mitarbeiter finden, Zahlen und Struktur, meist remote. Erst arbeiten wir eine Weile zusammen, dann schauen wir gemeinsam, ob eine Beteiligung passt, auch an einem neuen Bereich, den ich mit aufbaue. Wie sie aussieht, also Anteile, Rolle und Kosten, klären wir individuell, weil jeder Betrieb anders ist. Wie das abläuft, steht unter Teilhaber gesucht.

Wenn jemand nur Geld geben und nicht mitarbeiten will, ist das eine andere Form der Beteiligung. Den Unterschied erkläre ich unter stille Beteiligung.

Partner und Steuern

Wie viele Anteile ein Partner hält, kann steuerliche Folgen für den Hauptbetrieb haben, zum Beispiel für eine Organschaft zwischen Mutter und Tochter. Das klärst du mit deinem Steuerberater, bevor ihr die Anteile beim Notar festlegt.
Grenzen

Wo liegen die Grenzen und Risiken einer Ausgründung?

Eine eigene GmbH löst kein Vertriebs- oder Personalproblem. Fehlen dem Bereich Kunden oder Leute, fehlen sie auch nach der Gründung. Dazu kommen laufende Kosten für Buchhaltung und Jahresabschluss, mehr Verträge, mehr Abstimmung und Haftungslücken, etwa durch Bürgschaften. Und mit einem Partner teilst du nicht nur Arbeit und Gewinn, sondern auch Entscheidungen.

RisikoWoran du es merkstWas hilft
Bereich trägt nicht alleinder Umsatz kommt fast nur über den Hauptbetriebvorher Zahlen getrennt erfassen, erst ausgründen, wenn der Bereich eigene Kunden hat
Laufende Kosten unterschätztzweite Buchhaltung, zweiter Jahresabschluss, eigene VersicherungenKosten vorab mit dem Steuerberater durchrechnen
Haftung doch nicht getrenntBank oder Vermieter verlangen eine Bürgschaft von dir oder dem HauptbetriebBürgschaften bewusst entscheiden und begrenzen
Verträge zwischen den Firmen fehlenHalle, Fahrzeuge oder Leute werden einfach mitgenutztschriftliche Verträge zu fremdüblichen Bedingungen
Streit mit dem PartnerEntscheidungen bleiben liegen, keiner fühlt sich zuständigklare Regeln im Gesellschaftsvertrag zu Stimmrechten, Rollen und Ausstieg

Allgemeine Übersicht, ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Recht und Steuern

Gesellschaftsvertrag, Kapital, Haftung und Verträge zwischen den Firmen klärst du mit Notar, Anwalt und Steuerberater. Diese Seite gibt dir die Fragen dafür, nicht die Antworten im Einzelfall.

Erst der Engpass, dann die Form

Bevor du über GmbH oder UG nachdenkst, prüf, wo der neue Bereich hängt: Kunden, Leute oder Struktur. Das klären wir in einem unverbindlichen Gespräch.
FAQ

Häufige Fragen: Ausgründung im Betrieb

Ist eine Ausgründung dasselbe wie ein Spin-off aus der Hochschule?

Nein. Bei einem Spin-off aus Hochschule oder Forschung gründen Studierende oder Forschende eine Firma, deren Idee direkt aus ihrer Forschung stammt. Diese Seite meint etwas anderes: Ein laufender Betrieb macht aus einem eigenen Geschäftsbereich, etwa Wartung oder Vermietung, eine eigene Gesellschaft.

Was ist der Unterschied zwischen einer Tochtergesellschaft und einem Joint Venture?

Eine Tochtergesellschaft wird von einem anderen Unternehmen beherrscht, etwa deinem Betrieb, meist weil es die Mehrheit der Anteile hält. Bei einem Joint Venture gründen zwei oder mehr Unternehmen gemeinsam eine Gesellschaft und teilen Kapital, Arbeit und Risiko. Holst du für den neuen Bereich einen Partner dazu, liegt die neue GmbH oft irgendwo dazwischen. Entscheidend ist, was ihr im Gesellschaftsvertrag regelt.

Wie viel Stammkapital brauche ich, um eine Tochtergesellschaft zu gründen?

Für eine GmbH mindestens 25.000 €. Bei einer Bargründung müssen vor der Anmeldung zum Handelsregister insgesamt mindestens 12.500 € eingezahlt sein, auf jeden Anteil mindestens ein Viertel. Eine UG (haftungsbeschränkt) geht ab 1 €, das Kapital muss dann aber vollständig eingezahlt sein. Wie viel Kapital der Bereich tatsächlich braucht, ist eine andere Frage als das Minimum.

Kann ich Maschinen oder Fahrzeuge als Stammkapital einbringen?

Bei einer GmbH ja, das heißt Sachgründung. Dafür braucht es einen Sachgründungsbericht, der den Wert darlegt, und das Registergericht kann den Wert prüfen. Bei einer UG sind Sacheinlagen bei der Gründung ausgeschlossen. Wie du den Wert sauber belegst, klärst du mit Notar und Steuerberater.

Muss mein Betrieb selbst eine GmbH sein, damit ich ausgründen kann?

Nein. Auch als Einzelunternehmer kannst du Gesellschafter einer neuen GmbH werden, dann hältst du die Anteile persönlich. Ob die Anteile besser bei dir oder bei deinem Betrieb liegen, hat steuerliche Folgen. Das klärst du vor dem Notartermin mit deinem Steuerberater.

Kann sich ein Partner nur an der neuen GmbH beteiligen?

Ja, das ist einer der Hauptgründe für eine Ausgründung. Der Partner wird Gesellschafter der neuen GmbH, dein bisheriger Betrieb bleibt, wie er ist. Wie viele Anteile er bekommt, was er einbringt und was bei einem Ausstieg passiert, legt ihr vorher fest und lasst es vom Notar beurkunden.

Wie lange dauert eine Ausgründung?

Das hängt vor allem an der Vorbereitung: Zahlen für den Bereich, Gespräch mit dem Steuerberater, Gesellschaftsvertrag, Notartermin, Einzahlung und Eintragung im Handelsregister. Eine Sachgründung dauert meist länger, weil der Wert der Sacheinlagen belegt und geprüft wird. Plane lieber zu viel Zeit ein als zu wenig.

Brauche ich für eine Ausgründung einen Steuerberater und einen Anwalt?

Den Notar brauchst du ohnehin, weil der Gesellschaftsvertrag beurkundet werden muss. Einen Steuerberater solltest du vor dem Notartermin einbinden, weil Gesellschaftsform, Kapital und Verträge zwischen den Firmen steuerliche Folgen haben. Bei Partnern, Mitarbeiterwechsel oder größeren Werten lohnt sich zusätzlich ein Anwalt für Gesellschaftsrecht.

Maximilian Rothenberger

Über den Autor

Maximilian Rothenberger

INQA-autorisierter Coach · B.Sc. Wirtschaftspsychologie

Selbstständiger Trainer und Coach seit 2016. Ich schaue mit Betrieben drauf, wo es bei Kunden oder Mitarbeitern hängt, und baue mit ihnen das System dazu. Was ich empfehle, nutze ich in meiner eigenen Firma selbst.

Inhalt geprüft am 7.10.2026

Willst du einen Bereich ausgründen?

In 15 Minuten schauen wir unverbindlich, ob der Bereich allein tragen kann, wo es dort hängt und ob ein Partner sinnvoll ist.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. Company Consulting bietet keine Rechts- oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine Steuerberatung, eine Anwaltskanzlei oder die zuständige Stelle (bei INQA: deine regionale Beratungsstelle). Alle Angaben ohne Gewähr.